Die Europäische Kommission setzt ein klares Zeichen. Die Biotechnologie soll als strategische Schlüsseltechnologie weiter gestärkt werden. Sie spielt eine entscheidende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit Europas, erhöht die Resilienz und treibt den grünen und digitalen Wandel voran.
Im Fokus der Initiative steht der Binnenmarkt. Ziel ist es, ein einheitliches Wettbewerbsumfeld zu schaffen. Innovative biotechnologische Produkte und Verfahren sollen schneller auf den Markt kommen und ihre freie Zirkulation innerhalb der EU gewährleistet werden.
Der geplante „Biotech Act II“ ist in einen größeren politischen und wirtschaftlichen Kontext eingebettet: Er baut auf dem ersten, gesundheitsbezogenen Biotech Act (Dezember 2025) auf, der insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit der Gesundheitsbiotechnologie und des Biomanufacturing-Sektors stärken soll. Der zweite Rechtsakt, der im Jahr 2026 in Kraft treten soll, richtet sich gezielt an die industrielle Biotechnologie. Er soll einen wettbewerbsfähigen Binnenmarkt für alle Bereiche der Biotechnologie schaffen. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist die EU mit rund 21 % der weltweit führenden biotechnologischen Publikationen stark vertreten. Bei der Markteinführung und industriellen Skalierung von Innovationen liegt sie jedoch weiterhin hinter den USA und China zurück.
Gleichzeitig ist die Initiative eng mit der europäischen Bioökonomie verknüpft. Im „Strategischen Rahmen für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige EU-Bioökonomie” aus dem November 2025 wird deutlich, dass die Biotechnologie als zentraler Treiber für industrielle Transformation, nachhaltige Produktion und wirtschaftliches Wachstum verstanden wird. Der geplante „Biotech Act II“ soll daher sektorübergreifend wirken und unter anderem eine bessere Vernetzung von Industrie, Forschung und Produktion, einen erleichterten Zugang zu Finanzierung, die Nutzung von KI und digitalen Lösungen sowie vereinfachte und zukunftsfeste regulatorische Verfahren umfassen. In diesem Zusammenhang werden auch Instrumente wie regulatorische Sandboxes, beschleunigte Zulassungsverfahren und vereinfachte Genehmigungen für Biomanufacturing-Projekte diskutiert.
Die Initiative wird als Vorschlag für eine Verordnung im Rahmen des Arbeitsprogramms der Europäischen Kommission eingebracht und befindet sich aktuell in der Phase „Call for Evidence“.
Jetzt mitmachen!
Vom 13. Mai bis zum 10. Juni 2026 (jeweils 24:00 Uhr, Brüsseler Zeit) haben Sie die Möglichkeit, Ihre Perspektiven, Erfahrungen und Anregungen einzubringen, und zwar unter folgendem Link: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/17394-Biotech-Act-II_en
Die Teilnahme ist unkompliziert: Für die Abgabe eines Beitrags genügt eine Registrierung oder ein Login, beispielsweise über ein bestehendes Social-Media-Konto. Ihr Feedback fließt direkt in die weitere Ausarbeitung und Feinabstimmung der Initiative ein und wird auf der entsprechenden Website veröffentlicht.