Straßburg, den 19. Mai 2026
„Agrarkommissar Christophe Hansen hat heute den Düngemittelaktionsplan vorgestellt. Darin finden sich zahlreiche Maßnahmen, von kurzfristigen bis langfristigen. Vieles liest sich gut. Positiv ist, dass die Kommission stärker auf heimische, kreislauforientierte und klimafreundlichere Düngemittel setzen will. Die nachhaltige Tierhaltung in Europa kann dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Aus meiner Sicht sollte sie in diesem Zusammenhang unbedingt mitgedacht und auch unterstützt werden.
Auf lange Sicht sind die Pläne der Kommission richtig, kurzfristig hilft es den Betrieben aber nur, wenn daraus schnell marktfähige und bezahlbare Lösungen entstehen. Entscheidend ist nun, wie die angekündigten Notfallgelder aus der Agrarreserve konkret ausgestaltet werden. Diese Mittel müssen substanziell sein und zielgenau bei den betroffenen Landwirten ankommen. Der Plan kann ein erster Schritt sein, er lässt aber viele zentrale Fragen offen. Wir brauchen bezahlbaren Dünger und eine gesicherte Versorgung. Der fehlende Dünger von morgen wird sonst zum Hunger von übermorgen!“
Hintergrund:
Mit dem Düngemittel-Aktionsplan reagiert die Kommission auf stark gestiegene Düngemittelpreise, hohe Gasabhängigkeit und neue geopolitische Lieferunsicherheiten. Der Plan sieht kurzfristig zusätzliche Unterstützung für Landwirte vor, unter anderem über die Agrarreserve und ein neues Liquiditätsinstrument, lässt die genaue Höhe der Krisengelder aber noch offen. Für die europäische Düngemittelindustrie stellt die Kommission mögliche Entlastungen im Emissionshandel in Aussicht, insbesondere verlängerte kostenlose Zertifikate über 2039 hinaus, die jedoch an Bedingungen wie den Umstieg auf sauberere Produktionsverfahren geknüpft werden sollen. Darüber hinaus setzt die Kommission längerfristig auf mehr europäische Produktion, saubereres Ammoniak, Handelskorridore mit Afrika und dem Nahen Osten, mögliche strategische Düngemittelvorräte und die Einstufung von Düngemitteln als krisenrelevantes Gut.