Straßburg, den 10. Februar:
„Mit dem Weinpaket machen wir den Weg frei für einen modernen, wettbewerbsfähigen und zukunftsfesten europäischen Weinsektor. Mit diesem Maßnahmenpaket zeigen wir unseren Winzerinnen und Winzern konkrete Unterstützungsmöglichkeiten auf, erhalten unsere Kulturlandschaften und stärken zugleich Genuss, Qualität und regionale Identität in Europa und darüber hinaus. Der Wein ist eines unserer wichtigsten Kulturgüter in der Europäischen Union. Das trifft auch auf meine Heimat Unterfanken zu. Sie ist geprägt vom Silvaner, einem Weißwein mit einzigartigem Geschmack.
Ziel des Paketes ist es, die Mitgliedstaaten bei der Vermeidung von Überschussproduktionen zu unterstützen. Zur besseren Steuerung des Produktionspotenzials können Rodungsmaßnahmen zur Bekämpfung von Überproduktion über nationale GAP-Strategiepläne finanziert werden. Ergänzend werden Absatz- und Werbemaßnahmen in Drittländern gestärkt. Zudem wird der finanzielle Spielraum erhöht, indem die Vorauszahlungen im Weinsektor von bislang 80 auf 90 Prozent angehoben werden. Des Weiteren wird die Kennzeichnung von Weinerzeugnissen europaweit harmonisiert, um besser auf veränderte Verbrauchertrends reagieren zu können. Das Kernstück bilden die einheitlichen Kennzeichnungsregeln, wie der Begriff „alkoholfrei“. Er darf künftig verwendet werden, wenn der Alkoholgehalt 0,5 Volumenprozent nicht überschreitet. Weinerzeugnisse mit einem Alkoholgehalt von mehr als 0,5 Prozent, der zugleich mindestens 30 Prozent unter dem Referenzwert ihrer Kategorie liegt, müssen als „alkohol-reduziert“ gekennzeichnet werden. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Stärkung des Weintourismus, denn Mitgliedstaaten erhalten die Möglichkeit, Investitionen im Bereich des Weintourismus in ihre GAP-Strategiepläne aufzunehmen und auch Maßnahmen zur Prävention von Pflanzenkrankheiten können aus EU-Mitteln unterstützt werden.“
Hintergrund:
Der europäische Weinsektor steht vor strukturellen Herausforderungen. Rückläufiger Konsum, sich verändernde Vorlieben der Konsumenten, die Folgen des Klimawandels sowie ein zunehmend instabiler Handel mit Drittländern machen Anpassungen notwendig, um Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit langfristig zu sichern. Mit dem sogenannten Weinpaket, das am 28. März 2025 vorgestellt wurde, hat die Europäische Kommission gezielte Impulse setzen wollen, um den Sektor zukunftsfähig aufzustellen. Der Vorschlag nahm eine reihe von Empfehlungen der Hochrangigen Gruppe „Weinpolitik“ auf, die ins Leben gerufen wurde, um Lösungen für die Probleme des Sektors zu erarbeiten.