Straßburg, den 27. November:
Mit ihrer Strategie für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Bioökonomie in der Europäischen Union stellt Umweltkommissarin Jessika Roswall die Weichen für die Zukunft und das für einen Wirtschaftszweig, der das Potenzial hat, zu einem der wichtigsten in der EU zu werden.
Vieles in der Strategie liest sich sehr gut. So plant die Kommission viele Initiativen, mehr Dialog und verbesserte Förderungsmöglichkeiten für Forschung, Entwicklung, aber auch innovative Unternehmen, große wie kleine sowie Startups. Außerdem sollen relevante EU-Gesetze, die aktuell zum Teil noch bremsen, gezielt angepasst werden, um den Bioökonomiesektor zu entfesseln.
Es ist richtig, dass die Kommission die Bioökonomie und damit die nachhaltige Nutzung biologischer Ressourcen für Produkte, Materialien und Energie stärker in den Fokus rückt, denn dieser Sektor kann zu einem der Zukunftsträger unserer EU-Wirtschaft werden. Papier und gute Absichten reichen jedoch nicht aus. Eine starke Bioökonomie kann nur gemeinsam mit der Land- und Forstwirtschaft funktionieren. Die Strategie darf kein Wunschzettel bleiben, sondern muss in Projekte und Investitionen übersetzt werden, die Durchschlagskraft besitzen. Besonders wichtig ist, dass die neue Strategie neue auskömmliche Einkommensquellen für Land- und Forstwirtschaft eröffnet. Es müssen jetzt Taten folgen, sodass diese Sektoren fest in den Wertschöpfungsprozess der Bioökonomie integriert werden, über die Rolle als bloße Rohstofflieferanten hinaus. Sie sollen befähigt werden weiter in die Verarbeitung und Veredelung mit einzusteigen und damit der Wertschöpfung im ländlichen Raum verstärkt beizutragen.
Denn die Agrarwirtschaft liefert nicht nur Nahrungs- und Futtermittel, sondern ist, gemeinsam mit der Forstwirtschaft, auch ein wichtiger Anbieter vielfältiger biobasierter Rohstoffe für eine Reihe von Anwendungen. Unsere Land- und Forstwirte haben das Potenzial, über die Rolle bloßer Rohstofflieferanten hinauszuwachsen und zu Schlüsselakteuren in der Bioökonomie zu werden, für eine EU-Wirtschaft, die wettbewerbsfähig, nachhaltig, für alle Akteure gerecht und vor allem auch regional und lokal verankert ist.
Link zur Strategie (Englisch)