Europaaparlament stimmt für praxistaugliche Anpassung der Öko-VO („Weidepflicht“)

Brüssel, den 14. Juli 2026:

Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat heute mit eindeutiger Mehrheit für mehr Flexibilität bei der Weidepflicht gestimmt. Das ist ein ganz klarer Etappensieg hin zu einer praxistauglichen Überarbeitung der Öko-Verordnung. Momentan sind die Regelungen zum Auslauf sehr strikt, die Tiere müssen permanenten Zugang zu Weideflächen haben. Grundsätzlich gehe ich da mit, Weide gehört zu Bio dazu. Aber in der Praxis bereitet das einigen Öko-Landwirte bei uns Bayern massive Probleme. Vor allem auch bei mir in Franken. So mancher Stall ist in Ortsinnenlage, die Weidefläche außerhalb, die Tiere müssen also regelmäßig quer durch den Ort. Anderes Beispiel: Wenn eine Schnellzugtrasse quer durch die Weideflächen geht, werden Themen wie Sicherheit der Tiere oder auch der Versicherungsschutz schnell unlösbar.

Im Zuge der Verhandlungen im EU-Parlament habe ich die Chance genutzt und entsprechende ich Änderungsanträge, also Änderungen am Gesetzestext, in die Beratungen eingebracht. Heute hat der Agrarausschuss diese Anträge angenommen. Das ist ein wichtiger Erfolg für mich als Europaabgeordneter und Landwirt aus Bayern. Im nächsten Schritt stehen nun die Trilogverhandlungen an und ich hoffe auf starke Unterstützung seitens unseres Bundesagrarministers und CSU-Kollegen Alois Rainer. Ich werde den Vorgang weiterhin intensiv begleiten.

Hintergrund:

Die Vorgaben der Öko-Verordnung (Verordnung (EU) 2018/848) sieht unter anderem strenge Vorgaben zu Auslaufregelungen für Wiederkäuer wie Rinder vor (sog. „Weidepflicht“). Können Betriebe die strengen Regelungen nicht vollständig umsetzen, droht der Verlust des Öko-Zertifizierung. In Bayern haben mindestens 300 Betriebe zurück zur konventionellen Bewirtschaftung gewechselt, oder planen dies mittelfristig.

Derzeit wird auf Europäischer Ebene die Öko-Verordnung überarbeitet. In diesem Zusammenhang hat Stefan Köhler (CSU) gemeinsam mit Christine Singer (Freie Wähler) und anderen Unterstützerinnen und Unterstützern aus verschiedenen Fraktionen des EU-Parlaments Änderungsanträge eingebracht, um den betroffenen Öko-Tierhaltern trotzdem eine Perspektive geben zu können.

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